Schöne Bescherung - Weihnachtskonzert 2014

Wozu jetzt noch einmal Weihnachten feiern? So könnte man sich, nicht ganz ernst gemeint, nach dem Besuch des traditionellen Weihnachtskonzerts des Gregor-Mendel-Gymnasiums fragen. Denn wer am letzten Montag den Weg in die voll besetzte und schön geschmückte Dreifaltigkeitskirche gefunden hat, wurde von der ersten bis zur letzten Minute mit einem überraschend abwechslungsreichen Konzert beschenkt, welches wunderbar das bevorstehende Hochfest einleitete.

Die Eröffnung übernahm diesmal die Bigband unter Leitung von Andreas Billner mit dem Rondo aus der Abdelazer Suite von Purcell. Es war beeindruckend, wie die zum Teil noch sehr jungen Holzbläser aus der Unterstufe die filigranen Stellen zusammen mit den erfahreneren Schülern der Oberstufe meisterten. Nach den Grußworten von Herrn Pfarrer Gradl bemerkte Schulleiter Peter Welnhofer in seiner Ansprache die Diskrepanz zwischen dem Geist von Weihnachten und den vielen Krisen in der Welt, welche die täglichen Nachrichten in diesen Tagen bestimmen. Dabei machte er deutlich, dass es beim Konzert nicht um das Wegschauen und Zukleistern der vielen Probleme mit der üblichen Weihnachtsharmonie geht, vielmehr soll der Abend einen besinnlichen aber auch freudigen Kontrast bieten.

Nach den einleitenden Worten lag der Focus auf Chormusik mit vier unterschiedlichen Ensembles. Den Anfang übernahm der Lehrerchor mit dem Chor der Oberstufe „Hört die Weihnachtsglocken klingen“ gefolgt von Händels „Tochter Zion, freue Dich“. So war bei beiden Stücken deutlich zu spüren, dass die jungen Menschen mit Herz und Seele und viel Begeisterung mit den Mitteln der Musik eine Brücke zwischen Alltagshektik und Besinnung schlugen. Der allgemeine Chor begeisterte mit „The First Nowell“, „Carol of the Children“ (Rutter) und „Only Time“ von Enya, welche die Stärken des jungen Klangkörpers offen darlegten: Eine klare Deklamation und eine ausgesprochen homogene Gestaltung.

Welch musikalische Talente im GMG stecken, stellten Alexander Reindl auf dem Klavier mit der Nocturne Nr.20 von Chopin und Alexandra Herdegen auf der Violine mit dem Allegro von Fiocco sowie Vanessa Schindler auf der Klarinette mit den Silvana-Variationen von Weber nachdrücklich unter Beweis. Alle drei Stücke zählen zwar mehr oder minder zu Klassikern der einschlägigen Literatur, die beinahe jeder Musikschüler früher oder später zu bearbeiten hat. Was die jungen Künstler ihren Instrumenten entlockten, war aber weit mehr als „Standard“. So überzeugten die junge Klarinettistin mit großer Klangfülle und warmer Tongebung, die Violinistin mit kraftvollem, festem Strich und der Pianist mit ausgesprochen differenzierter dynamischer Interpretation und großer Souveränität.

Den nächsten Höhepunkt leitete die Jazz-Combo unter der Leitung von Bernadette Kandsperger ein. Die versierten Instrumentalisten bewiesen mit „Feliz Navidad“ und dem „Pink Panther Theme“, dass sie mit den stilistischen Besonderheiten dieses Genres bestens vertraut sind und sorgten für einen wohltuenden Kontrast.

Frisch, fröhlich, ganz im Sinne einer unbeschwerten Vorfreude sangen die beiden Nachwuchssänger Tamara Lindner und Richard Bouschery den bekannten Weihnachts-Gassenhauer „Rockin´Around the Cristmas Tree“ sowie Celine Hebling mit „In Dreams“ aus der Filmmusik von „Herr der Ringe“.

Mit besonders klarer und natürlicher Stimme sang die Ehemalige Svenja Drescher, begleitet von Alexander Türk an der Orgel das „Ave Maria“ von Bach/Gounod. Die junge Sängerin studiert aktuell an der Hochschule für Musik in Nürnberg und ist der Bigband immer noch eng verbunden.

Zu guter letzt bewies die GMG-Bigband, dass sich das Ensemble in den letzten Jahren stetig weiterentwickelt hat. Neben dem unterhaltenden Repertoire hat man sich auch zunehmend anspruchsvollere Blasorchester-Literatur erarbeitet. So war es ein wahres Vergnügen die von Tschaikowskis Ballett „Der Nussknacker“ abgeleitete Suite in der Version der sechzig jungen Musiker zu hören. Gerade die schwierigen Wechsel zwischen den charakterlich unterschiedlichen Stücken gelangen mühelos und sehr sicher. Das hervorragend besetzte Holzregister, auch mit exotischeren Instrumenten wie z.B. Fagott, sorgte für einen ausgesprochen runden und ausgewogenen Klangkörper.

Der langanhaltende Applaus und die große Spendenbereitschaft zeigte deutlich: Mehr Freude auf und an Weihnachten geht wohl kaum mehr.